Music Alliance Pact Mai 2013

Was ist der Music Alliance Pact? Das hier!

GERMANY – Coltran
HELMUTThe Tribe

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Voice, guitar, loops. More and more artists focus on these instruments to make versatile songs to dream, cry or dance to. HELMUT has the talent to build up a song layer by layer, motif by motif, and then slowly start to variate and deconstruct everything. The live experience of this guy is simply amazing.

Um alle Songs in einer Zip-Datei runterzuladen, bitte rüber zu Gett. Alternativ könnt ihr die einzelnen Songs auch per Rechtsklick auf den Titel runterladen.

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Nachlese innen:welt festival

Ins Kafe Kult hatte ich es ja in 7 Jahren München nie geschafft, die Innenstadt war einfach näher; mir war nicht bewusst, dass sich München ein derart runtergekommenes Etablissement leistet, wunderbar! Gut, dass es nun geklappt hat, das Kafe Kult hatte zum innen:welt eingeladen.

Gerade rechtzeitig zu Gender Bombs kamen wir in den kleinen Raum des Cafés, der aus allen Nähten platzte. Dreigeteilte Bühne, in der Mitte das Schlagzeug, links und rechts Keyboard/Synthie mit Bass/Gitarre. Die Songs ruhig, über die Stimme von Stella Lindner kommt Melancholie ins Spiel, Schlagzeug und Elektronik setzen dazu in manchen Songs den doch recht wuchtigen Kontrapunkt. Während ich der Band on tape eher weniger etwas abgewinnen kann, fand ich die Mischung live, untermalt von zum Teil eher psychedelischen Videos, gelungen.

Nachdem wir mit dem Standardsound von Toby Goodshank nicht viel anfangen konnten, war es umso erfreulicher, dass mit Helmut eine echte Überraschung auf die Hallenbühne kam. Denn er hatte als Instrument nur Stimme, Gitarre und Loops; damit kreierte er erstaunlich vielseitige und vielschichtige Songs, die zugleich tanzbar sind. Hier gilt, dass es zu Hause vor der Anlage schwer sein wird, die Faszination von Looping zu verspüren: Wie sich ein Song Schicht für Schicht aufbaut, wie er variiert wird, wie ein Motiv mäandert; dennoch ist Helmut ein vielversprechender Soundtüftler mit einem Gespür für Texte.

Über das Trio Fenster hatte ich ja bereits beim on3 festival lobende Worte verloren, die ich hier nur nochmals bestätigen kann: Kreative Percussion, kleine-feine Details wie ein Leierradio oder das Metallophon und das wunderbar schrammelige Gitarrenspiel und der wuchtige Bass aus zarter Frauenhand machen Fenster zu einer Band, die man leicht unterschätzt, denn das ausgereifte Songwriting geht in all diesen Details fast ein wenig unter.

Am meisten freute ich mich jedoch, meinen deutschen Lieblingskünstler Ludwig Plath alias Touchy Mob zu sehen! Dessen genuine Melange aus “Techno” und Folk, wie er es selbst nennt, konntet ihr ja bereits in eins+zwei MAPs hören. Plath schafft es immer wieder, meine Gedanken wandern zu lassen, ein gewisses Gefühl der Ferne zu erzeugen. Dazu passte die – wie ich finde, sehr gelungene – Bühnendekoration in der “Halle” sehr gut: 3 dimmbare nackte Glühbirnen. Seelenstrip auf der Bühne, eine Erscheinung. Gerne wieder!





Top of the Blogs 2012

Zahlreiche Musikblogs aus Deutschland haben sich wieder einmal eingefunden, um ihre zehn Albumfavoriten des abgelaufenen Jahres zu verlautbaren. Auch wenn ich das Format im Jahr 2009 selbst gegründet hatte, finde ich selbst den zum besseren modifizierten Auszählmechanismus (1.=12 Punkte, 2.=10 Punkte, 3.=8 Punkte, 4.=7 Punkte) immer noch unglücklich, er führt dazu, dass Alben mit tendenziell mittleren Platzierungen weiter oben im Ranking am Ende landen, als “Top-Alben”, die aber nur 2,3 Blogs kennen und damit auch listen. Somit muss diese Liste auch in diesem Jahr eher als kleinster gemeinsamer Nenner des Jahre 2012 gesehen werden, nicht als eine echte Bestenliste.

Nichtsdestotrotz findet sich die ein oder andere Anregung oder Aufregung in der Rangliste. Die positivste Überraschung sicherlich Godspeed You!


10 Macklemore & Ryan Lewis – The Heist

09 Godspeed You! Black Emperor – ‘Allelujah! Don’t Bend! Ascend!

08 Tame Impala – Lonerism

07 Alt-J – An Awesome Wave

06 Grizzly Bear – Shields

05 John K. Samson – Provincial

04 Cloud Nothings – Attack On Memory

03 Lana Del Rey – Born To Die

02 The xx – Coexist

01 Japandroids – Celebration Rock





Konzertplakate: Carol und Dirk Fowler

Es ist schwierig, bei Carol und Dirk Fowler, die sich zusammen F2 Design nennen, eine Auswahl zu treffen. Zu viele Plakate sind so gut, dass man sofort seine Wände damit schmücken möchte.

Die Plakate sehen sehr physisch aus, man sieht die Handarbeit, die dahintersteckt. Die Objekte sind fein herausgearbeitet und nicht überfrachtet; die Plakate wirken ruhig und lassen den oft eingesetzten negative space sowie den dezenten Humor wirken.

In loser Reihe werden hier Konzertplakate von einem ausgewählten Gestalter vorgestellt. Denn jene sind eigentlich omnipräsent, werden aber nur selten gewürdigt, sodass vielfach die Qualität nachlässt. Dem muss man entgegensteuern!





Nachlese on3 Festival

Nachdem im letzten Jahr das on3 Festival einen kräftigen Durchhänger hatte und bis auf Ghostpoet nichts länger in Erinnerung blieb, waren dieses Jahr einige sehr gute Auftritte dabei.

Den Einstieg machten bei meinem gewählten Timetable Stealing Sheep aus Liverpool im Studio 1. Setup: Keyboard und Synthie, reduziertes Drumset, das im Stehen bespielt wurde, Gitarre. Daraus wurden sehr vertrackte Songs gezaubert, leicht melancholisch, sehr kreativ. Der Synthie von Rebecca Hawley dient als Bassersatz und schaffte wuchtige Elemente in ansonsten recht fraglichen Arrangements. Lucy Mercer am Drumset spielte abwechslungsreich mit zahlreichen Tempiwechseln und Synkopen, die aber nicht beliebig gesetzt wurden, sondern immer mit dem Gesang harmonierten. Emily Lansleey an der Gitarre erinnerte oftmals an Eric Clapton, die gewählten Effekte verstärkten diesen Eindruck. Insgesamt eine sehr reife Truppe junger Frauen, die auf der Bühne vergleichsweise komplex instrumentierte Songs einfach rüberbrachten und viel Freude dabei ausstrahlten. Ein herausragender Einstieg in ein Festival.

on3 x coltran – Festivalplaylist

Danach wechselten wir in die Kantine – und erfroren auf dem Weg dorthin durch den Hof beinahe – um rechtzeitig zu Fenster dort zu sein. Eine Band, bei der mir gar nicht mehr bewusste war, wie viele Songs ich bereits kannte und gut fand. Die etwas kleinere Bühne kam dem reduzierten Sound zugute: Wenn man sich darauf einließ, wurde man von den nicht unverwechselbaren, aber sehr schönen Stimmen von “JJ” Weihl und Jonathan Jarzyna in eine Traumwelt entführt.

Danach war mir nach etwas mehr Party zumute, immerin war es bereits 23 Uhr. So ging ich zurück in Studio 1, weil ich mir von DENA nach der “Lektüre” diverser Videos eine ähnliche Bühnenparty erwartete wie von Ebony Bones und Konsorten in den Jahren zuvor. Stattdessen sah ich eine zu große Bühne für den dünnen Sound, der aus den Computern kam. Denitza Todorova konnte in meinen Augen die Energie, die in den Songs steckt, nicht rüberbringen. Zudem habe ich ein Problem mit vorgefertigten Songs aus der Drummachine – einziges und notwendiges Gegenbeispiel sind The Kills – ich fühle mich da immer etwas betrogen, zumindest live. Aber das ist nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass DENA große Freude machen kann – live eventuell in anderem Ambiente, aber auf alle Fälle “on the record”! Also reinhören!

Also wechselte ich lieber zu Micachu in Studio 2, die kannte ich zwar bereits und wusste somit, welch wirrer Sound mich da stellenweise erwarten würde. Und Frontfrau Mica Levi gab alles: O-beinig, mit zu großem Herrenhemd stand sie da, der Rücken gekrümmt, Mundwinkel nach links oben gezogen. Die Stimme nöhlte und röhrte, Punk als Attitüde. Man mag gar nicht glauben, dass aus diesem Trio solche Songs kommen können. Doch die Keyboarderin Raisa Khan bringt die Vielzahl an abwegigen Geräuschen und Samples mit, für die die Band zurecht berühmt ist. Doch das ist nur die eine Seite, denn die exzellenten Rhythmen von Drummer Marc Pells sind nötig, um den Vorwärtsdrang der Band in Bahnen zu lenken. Immer noch ein irres Stück Musik, wenn man ein Faible dafür hat.

Sinkane ist quasi die Quintessenz des charismatischen “Drummers” Ahmed Gallab, der bei Of Montreal, Caribou und Yeasayer mitwirkte. Dementsprechend betont wird die Percussion in dem Sound, der von den vier Leuten auf der Bühne kreiert wird. Man tut sich ziemlich schwer mit den üblichen Genreschubladen, man hört Elemente des Free Jazz, Funk, zum Teil gehen die Songs in die Reaggae-Spielart über, die in den 70ern von britischen Bands adaptiert wurde; aber auch der Gaze, der die letzten Jahre aus den USA die Welt eroberte, hat in den fließenden Übergängen der Songs seinen Platz. Auch wer Organisation mochte, wird sich hier stellenweise bestens unterhalten wissen. Weg mit den Schubladen, zurück bleibt überraschend tanzbare Musik, die viel aus dem Wechselspiel der Gitarren und dem samtweichen Gesang Gallabs zieht.

Den Abschluss machten Whomadewho, von denen ich wenig erwartete, da ich die Alben beim Anhören zuhause meist eher langweilig fand. So war ich nicht darauf vorbereitet, dass dort derartige Rampensäue das Studio 1 rocken würden. Bühnenpräsenz wie Kaizers Orchestra oder Eagles of Death Metal, dazu präzises Spiel von Gitarre und Bass. Insbesondere Jeppe Kjellberg spielte mit dem Publikum, er dramatisierte, er unterhielt es mit kleinen Mätzchen, er baute Spannung auf, er erlöste es mit dem verzögerten Refrain. Großartige Liveband!

Und ein würdiger Abschluss eines Lineups, das mir mit viel Tanzbarkeit, aber auch anspruchsvollem Songwriting Freude machte.





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