Konzertplakate: Mark McDevitt

Mark McDevitt von dem Duo Methane Studios hat ein feines Händchen für Plakate. Sein Stil ist bemerkenswert: Abwechslungsreichtum, white space, geometrische Muster, gediegene Schriftsetzung. Die Selbstbeschreibung von Methane trifft es gut, wenn man bedenkt, dass die Plakate zT schon einige Jahr alt sind: “We take great pride in designing posters with a unique and fresh approach.”

Wenn ich meine Lesezeichen für zukünftige Artikel zu diesem Thema durchschaue, fällt mir auf, dass diverse Bands gehäuft auftreten. An wem von den beiden Seiten das liegt, sei mal dahingestellt.

In loser Reihe werden hier Konzertplakate von einem ausgewählten Gestalter vorgestellt. Denn jene sind eigentlich omnipräsent, werden aber nur selten gewürdigt, sodass vielfach die Qualität nachlässt. Dem muss man entgegensteuern!





Wer ist denn … Silent Portraits?

Der geneigte Musikkritiker ist ja, sodenn er nicht in den Mühlen der Veröffentlichungsmaschine langsam zu geschmacksneutralem Mehl zermalmt werden soll, stets auf der Suche nach vielversprechender neuer Musik oder solcher, die eine Retrospektive verdient. Über den kurzen Satz »Viel mehr findet man nicht über Silent Portraits.« stolperte ich bei André vor bald einem Jahr und vergaß Silent Portraits seitdem nicht mehr. Wie könnte man auch angesichts eines Zitats wie »I improvise little tunes. Mostly at night. I also like puppets.«

Im März stellte ich Silent Portraits im Rahmen des Music Alliance Pacts wie folgt vor:

Music recorded in one take always has the charm of authenticity. And music recorded with lo-fi equipment in a bedroom can have wonderful results. As you listen to Silent Portraits, you feel the raw energy behind these sketches. Imperfect, powerful and benign, Maxi’s voice and reverbed guitar create a warm and somewhat melancholic soundscape reminiscent of PJ Harvey or Becky Lee.

Einige Releases später sind die Songs von Maxi nicht mehr grundsätzlich “warm”, sondern zum Teil auch eher von kühler Natur, ein gewisses Gefühl der Verlorenheit stellt sich ein. Das Demo “On Repeat” schickte sie mir mit den Worten: “Für vernebelte Tage”. Und das empfinde ich als passende Beschreibung.

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Nach und nach bekam ich auch mit, dass die 25-jährige Maxi sich auch als Illustratorin, unter anderem für Videos anderer Bands verdingt. Das verlangte nach Antworten auf meine Fragen – nach dem Klick gibt’s daher ein Interview und weitere Songs.


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Konzertplakate: Alvin Diec

Alvin Diec macht Konzertplakate, die einem einheitlichen Stil folgen: Zurückhaltend beiger Hintergrund, fein ausgewählte schwarze Typo, ein grafisches Element und eine – meist kräftige – Farbe. Trotz der teilweisen Überlagerung der Elemente wirkt das Plakat daher nie überladen, sondern sehr erfrischend und charmant, geradezu edel. Schade, dass es offenbar keine Erwerbsmöglichkeit gibt, wäre als Geschenkidee bestimmt oft ein Treffer.

In loser Reihe werden hier Konzertplakate von einem ausgewählten Gestalter vorgestellt. Denn jene sind eigentlich omnipräsent, werden aber nur selten gewürdigt, sodass vielfach die Qualität nachlässt. Dem muss man entgegensteuern!





Where You Been?


Es gibt immer tausend Gründe, warum man nicht zum Schreiben kommen konnte. Oben ist einer davon abgebildet. Es lag nicht daran, dass ich keine Musik gehört hätte, im Gegenteil: Wenn man von 8 Uhr morgens bis 24 Uhr abends an einer Diplomarbeit schreibt, genießt man die wenige Zeit, in der man Musik hören kann umso bewusster. Es lag auch nicht daran, dass ich keine gute Musik gehört hätte – es gab in den letzten Monaten fantastische Alben, doch dazu später.

Es lag vor allem daran, dass mir andere Dinge sinnvoller erschienen: Zeit mit meiner Freundin verbringen mit der ich seit einem Jahr zusammenwohne, Brettspiele exerzieren (wir haben wohl das größte Spieleregal ganz Oberbayerns…), Kochen, mit guten Freunden was unternehmen, für die Uni was tun, die Natur genießen etc. Es hält mich davon ab, mich meinem Blog zu widmen, wenn ich den Feedreader aufschlage und mir allein im Ordner Musik täglich 200 neue Artikel entgegenschlagen. Falls alle 200 Artikel wirklich gut wären, also mit Leidenschaft, Originalität und Kenntnis geschrieben wären, wäre ich wohl traurig, dass ich nicht mehr Zeit zur Verfügung habe, diese alle zu lesen. Aber da der Großteil leider in meinen Augen unnötig sind, macht es mich desinteressiert. Ich habe einfach keine Zeit und Lust dazu, mir täglich 8x das selbe just-another-Musikvideo anzusehen, 5x die gleiche Pressemitteilung, die ein bald aus dem Feedreader entfernter Blogger Eins zu Eins online stellt. Ich will Artikel mit Schmackes, die mir Musik ans Herz legen, die es wert ist, dass man die wenige Zeit, die man noch findet, investiert.

Es geht nicht darum, die unbekannteste Neo-Grunge-Band der Welt zu entdecken, auch wenn das sicherlich prinzipiell noch interessanter ist, als das zwölfte Video von Bon Iver. Aber es ist auch okay, über bereits “abgegraste” Wiesen zu hüpfen, wenn der Artikel mir dennoch Freude bereitet – wenn er gut geschrieben ist, wenn er mir eine neue Sicht auf die Güte oder Nicht-Güte eines Albums vermittelt, wenn er witzig, informativ oder provokant ist.

Nico hatte vor einem Monat einen wunderbaren Artikel (bitte auch die Kommentare lesen) geschrieben, in dem er offen darüber schrieb, wie ein Blog ein “Selbstläufer” werden kann, der am Ende nicht mehr viel mit dem zu tun hat, was man eigentlich wollte – ich denke, dass das oft damit zusammenhängt, dass man sich zu sehr an anderen Blogs orientiert und damit Teil der Maschinerie wird, statt originäre Dinge zu kreieren. Und die Maschinerie setzt einen unter Zugzwang: Warum habe ich heute noch keinen Artikel rausgehauen? Warum habe ich über diese und jene neue Band noch nicht geschrieben?

Kurzum: Es geht darum, dass ich Artikel schreiben will, die ich selbst auch gerne bei anderen Blogs lesen würde. Klingt einfach, ist aber verdammt schnell wieder vergessen.

Was werde ich für mich ändern?
» Der Feedreader wird ausgemistet. Lieber einen guten Artikel pro Monat lesen als zehn halbgare am Tag, egal ob Mehr- oder Einautorenblog.

» Der einzige zeitliche Fixpunkt wird der Music Alliance Pact sein, der zwar auch eine mp3-Maschine ist, bei der ich aber hoffe, dass meine Empfehlungen (ich höre alle Songs wirklich immer durch…!) ihn vom Batz unterscheiden.

Was wird hier also passieren?
» Es wird wieder mehr Artikel geben als die letzten Monate. Aber ich werde mir Zeit nehmen, für die jeweilige Musik, für den Artikel, für das Thema. Soll heißen: Wer Dauerfeuer will, ist hier fehl am Platze. Wer dagegen gerne auch mal was über Bands vom vorletzten Jahr oder von vor 20 Jahren lesen mag, der könnte hier richtig sein. Oder wer ein wenig abseits einer Albumkritik an Musik interessiert ist, wie an schnieken Konzertplakaten, den Machern von kleinen Labels etc.

» Die Bloggestaltung ist nicht final. Ich werde Dinge ausprobieren und ändern und auch wieder rückgängig machen, wenn sie nicht taugen.

» Ich werde versuchen, nicht mehr à la Feuilleton zu schreiben. Ich habe leider eine starke Tendenz kompliziert zu schreiben, statt frei Schnauze. Das macht es oft unpersönlich und verschwurbelt. Mal sehen, was ich daran drehen kann…

Plattenkäufe der letzten Wochen und Monate
Was habe ich die letzten Monate nun eigentlich in den kurzen Pause und Phasen gehört? Viel gutes – und das dann gleich immer dutzende Male. Die vielleicht beste Platte ist dabei Gonjasufis “A Sufi and a Killer” gewesen; wenn man die das erste Mal hört, ist man überfordert und hält es für ein überladenes Werk eines typischen Folk-Schrates. Aber je öfter ich das Album gehört habe, desto klarer wurde es, die Melodien, die Strukturen, der Gesang. Großartig, herausragend! Falls ich bei der Diplomarbeit hing, meist nachts, hat mich eigentlich immer einer meiner Alltime-Klassiker gerettet: The American Analog Set “Promise of Love”, deren letztes Album leider auch schon wieder 6 Jahre zurückliegt. Im Zug nach München wog mich Yo La Tengos “I Can Hear the Heart Beating as One” oder Jeans Wilders “Nice Trash” in den erstaunlich erholsamen Schlaf. Doch auch einige Neuveröffentlichungen hatten es mir angetan, Yuck, No Age, Gil Scott-Heron, Tame Impala, My Bee’s Garden, Retro Stefson oder das unglaubliche “Dark Side of the Moon” von den Flaming Lips. Mal sehen, ob ich da nicht noch ein wenig drüber schreiben werde.

Soweit von mir – wir sehn uns!





Konzertplakate von Scott Campbell

Klickt man sich durch das Portfolio von Scott Campbell wird zum Einen ein sehr vielfältiger Musikgeschmack offenbar, wenn man annimmt, dass er alle verewigten Bands auch hört. Zum Anderen wird aber auch eine Entwicklung deutlich, in dessen Verlauf seine Plakate an Prägnanz, Klarheit und Stilsicherheit zunehmen.

Stellenweise gelingen ihm Kompositionen von Bild und Schrift, die an alte Deckel von Büchern oder Filmplakate erinnern. Oft steht ein stark bearbeitetes Motiv im Vordergrund und der Text liefert nur die Veranstaltungsdaten. In diesem Fall ist der Text meist gerastert, was Sachlichkeit ausstrahlt. Doch wirken die Plakate nie kühl, sondern durch die Handzeichnung und die kräftigen Farben passend zur jeweiligen Musik.

Eine Auswahl seiner Plakate ist auch käuflich zu erwerben.

In loser Reihe werden hier Konzertplakate von einem ausgewählten Gestalter vorgestellt. Denn jene sind eigentlich omnipräsent, werden aber nur selten gewürdigt, sodass vielfach die Qualität nachlässt. Dem muss man entgegensteuern!





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