Dumbo Gets Mad – Elephants At The Door

Wenn man so lange inhaltlich weg war, sollte man sich nicht mit Erklärungen aufhalten, sondern einfach nur gute Musik vorstellen. Durch den Music Alliance Pact kommt einiges an Musik auf den Schirm, die man sonst kaum entdecken würde; Aus Italien entdecke ich viel über meinen Kollegen von Polaroid, doch Dumbo Gets Mad kam mir über sein Label Bad Panda Records zu Ohren. Das aus der Reggio nell’Emilia in Norditalien stammende und nun in Los Angeles residierende Projekt von “Dumbo” und seiner Mitsängerin Carly hat gerade sein Debüt fertiggestellt und digital veröffentlicht.


Dumbo Gets Mad – You Make You Feel by Bad Panda Records

“Elephants at the Door” ist eine wilde Melange von verschiedenen Stilen und Genres. Der Analogsynthesizer trifft das grenzwertig genutzte Saxophon – übrigens eine Thematik, die ein eigener Artikel in nächster Zeit adressieren wird. Ob gregorianische Gesangsanleihen, hochgepitcht ins Falsett, Basslines, heruntergeschraubt bis in Dubbereiche, hier wird genutzt, was nützlich erscheint, alles vereint unter dem Motto ‘wunderlich, aber wunderbar’.

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Top of the Blogs 2010

Dankenswerterweise hat sich in diesem Jahr Martin Schröter vom Blog Vinyl Galore dazu bereit erklärt, eine Schau der besten Alben gemäß der Meinung zahlreicher deutscher Blogs zusammenzustellen. Da er sich früh darum gekümmert hat, sind es auch ganze 29 Blogs mehr geworden als letztes Jahr, demnach 43. Praktischerweise ist das auch eine Übersicht über einen Teil der deutschen Musikblogger, auch wenn ein Urgestein wie Peter von Schallgrenzen leider nicht mit dabei ist.

Für mich sind die Top10 einerseits überraschend, andererseits aber auch nicht. Ich hätte zum Beispiel Tame Impala darin erwartet, war aber offensichtlich von den Qualitäten der Australier live und auf Album relativ allein überzeugt. Aber eine Band wie Delphic oder Two Door Cinema Club hatte ich bereits nach wenigen Durchgängen totgehört. Gut, dass Geschmäcker verschieden sind, sonst wäre ja ein Beitrag wie dieser auch hinfällig. Vielleicht findet sich der ein oder andere eine Anregung, dabei auch gerne die Plätze bis 30 mit einbeziehen. Da freut mich Hans Unsterns “Kratz dich raus” auf Platz 15 ja ganz besonders. Und nun viel Spaß mit den Top of the Blogs 2010!


10 Deerhunter – Halcyon Digest

09 Delphic – Acolyte

08 Caribou – Swim

07 Jónsi – Go

06 Villagers – Becoming a Jackal

05 Two Door Cinema Club – Tourist History

04 The Gaslight Anthem – American Slang

03 Get Well Soon – Vexations

02 The National – High Violet

01 Arcade Fire – The Suburbs


Weitere Alben gemäß ihrer Reihenfolge: Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht. // Perfume Genius – Learning // Turbostaat – Das Island Manøver // Foals – Total Life Forever // Hans Unstern – Kratz dich raus // Strange Death Of Liberal England – Drown Your Heart again // These New Puritans – Hidden // Frightened Rabbit – The Winter Of Mixed Drinks // Owen Pallet – Heartland // Sufjan Stevens – The Age of Adz // Slash – Slash // Freelance Whales – Weathervanes // Gonjasufi – A Sufi And A Killer // Best Coast – Crazy For You // Blood Red Shoes – Fire Like This // Her Name Is Calla – The Quiet Lamb // The Dead Weather – Sea Of Cowards // Carl Barât – Carl Barât // The Wave Pictures – Susan Rode the Cyclone // Zola Jesus – Stridulum II. Wer sich für die Plätze 31 bis 326 interessiert, der möge sich diese xls-Datei zu Gemüte führen.

Weiterlesen für die Liste der Teilnehmer von “Top of the Blogs 2010″





München

muenchen
München hat in Sachen Musikszene ja eher einen Ruf wie Bielefeld als Stadt an sich: Es gibt sie nicht. Dass derartige Schwarzmalerei nicht stimmen kann, liegt auf der Hand. Dass man aber dermaßen damit danebenliegt, ist fantastisch. Also, lasst euch mitnehmen auf eine kleine musikalische Reise nach München, der Stadt, die mehr bieten kann, als man ihr zutraut – und auch mehr, als hier in so ein paar Artikeln vorgestellt werden kann.

Nachtrag: Wie er mir in den Kommentaren verraten hat, hat Flo von fallen/legen auch gerade ein Mixtape mit Münchener Bands zusammengestellt – und siehe da, keinerlei Überschneidung! Wunderbare Sache das!

Beginnen wir mit doch gleich mit dem Sound, der weltweit am meisten Schallwellen verursacht haben dürfte: Munich Bass. Der einzige Vertreter ist Schlachthofbronx aus dem gleichnamigen Viertel. Ebenso global wie die Viehwirtschaft mit ihrem Futtermittel-Fortpflanzungsflüssigkeiten-Fleischhälften-Ringtausch ist auch der Sound der Drei (von denen man allerdings oft nur Zwei auf Bildern sieht…). Eine irrsinnig tanzbare Melange aus Versatzstücken von Musikrichtungen aus aller Herren Länder, die nicht nur global-eklektisch ist, sondern auch als World Bass weltweit verstreute Geschwister im Geiste besitzt. Die Galionsfigur Diplo und insbesondere sein Projekt Major Lazer sind 2009 in den Musikblogs der Welt angekommen, Schlachthofbronx besitzt zumindest in der Szene einen herausragenden Ruf. Wer ihrem Facebookprofil folgt, macht innerhalb weniger Wochen eine Weltreise mit: Südafrika, Skandinavien und so weiter. Zum eiskalten Einstieg in die Szene könnte man sich die Big Up 2009!-Liste von Man Recordings zu Gemüte führen, in der sieben Acts ihre Favorite Tracks des Jahres vorstellen, darunter auch die Schlachthofbronx. Wer genaueres zu Schlachthofbronx wissen will, könnte sich dagegen Wer ist denn … Schlachthofbronx? durchlesen.

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Wenn wir beim Partyfaktor in einer ähnlichen Liga bleiben wollen, müssen wir uns Frittenbude ansehen: Ursprünglich aus der Nähe von Landshut sind sie inzwischen in München ansässig, durch ihr Label Audiolith jedoch oft nach Hamburg verortet. Was nicht von ungefähr kommt, denn die Leute aus Hamburg pflegen einen ganz bestimmten Musikstil zu fördern, der von Bratze oder Frank Möller a.k.a Knarf Rellöm bekannt sein könnte: Wuchtiger, tanzbarer Electroclash, zum Teil mit deutschen Texten. Frittenbude passt von diesen Faktoren her genau, auch wenn ihre grundsätzliche Attitüde durch eine klare politische Komponente erweitert wird. Dazu kann man stehen, wie man will, eigentlich spielt das bei der grundsätzlichen Stimmung in den Tracks auch gar nicht die große Rolle, auch wenn es in den Texten und besonders live zum Ausdruck kommt. Wer mehr wissen und hören will, der kann sich beispielsweise den 50 Tracks starken Audiolith-Portfolio-Sampler runterladen, das Porträt bei on3 lesen oder das Bandblog besuchen.

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Frittenbude – Pandabär

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Beobachtet man Münchens Musikszene bereits etwas länger, wird man nicht an Amadeus vorbeikommen. Mit vollem Namen Gregor Böhm, ist er sowas wie die hellgraue Eminenz der Indieszene: Five!Fast!!Hits!!! – für mich eher von Amadeus denn von Raffi geprägt, letzterer schlägt sich inzwischen übrigens in London durch, waren das Aushängeschild für Münchener Bands, die im Fahrwasser von Libertines und Co. fuhren. Diverse Vorbandauftritte solo oder mit den Broken Hearts zeigten das musikalische Potential und die Vielseitigkeit des inzwischen 26-Jährigen. Doch mit Elektrik Kezy Mezy macht er wohl die Musik, die am Besten zu ihm passt: Bluesrock. Und zwar von der rauen, wunderbaren Sorte.

Wer mehr über Amadeus lesen will, könnte den Konzertbericht im Vorfeld zu Olli Schmidt lesen, die Porträts bei on3 oder Prinz oder aber sein eigenes Label FlowerStreet Records besuchen.

Denn dort sind inzwischen auch drei weitere Bands unter Vertrag, die Beachtung verdienen: Pardon Ms. Arden, Lucky Fish und besonders Tuó. Während ersterer Dreier bereits seit einigen Jahren in der Stadt mit elaboriertem Indie unterwegs sind – beispielsweise im Babalu, wie ihr hier nachlesen könnt – sind die vier Jungs von Lucky Fish eher Vertreter eines klassischen “The-Sounds”, also eines leichten Britpops, wie er vor drei bis vier Jahren extrem populär war. Für mich am interessantesten ist jedoch die mit Abstand jüngste Band, Tuó. Gerade mal 16 Lenze zählen die zwei Mädels, deren zweistimmiger Gesang so ergreifend schön ist, dass man ihn leicht den USA und ihrem Antifolk-Revival zuschreiben möchte. Akustikgitarre, Trommel, mehr braucht es nicht zusätzlich, um ein Publikum mit für München sehr ungewohnten Klängen zu verzaubern, wie demletzt im Atomic Café. Das Album “Walk on Silence” fängt diese Stimmung übrigens ebenfalls perfekt ein.

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Ein bairischer Künstler, dem ich internationales Format sofort bescheinige, ist Johannes Dobroschke alias Dobré. Nicht nur, dass er eine fantastische Stimme hat, die nicht von ungefähr an Sufjan Stevens oder Britt Daniel von Spoon erinnert, er weiß sie auch mit wunderbaren Songs in das rechte Licht zu rücken. Zumeist ist er mit seinen Bandkollegen als Dobré und Sepp Kennedy unterwegs, doch ehrlich gesagt, gefallen mir seine Solosachen noch deutlich besser. Alle Songs des sehr sympathischen Fürstenfeldbruckers und seiner Band könnt ihr übrigens im bandeigenen Musikzimmer anhören und runterladen. Ein etwas umfangreicheres Feature hab’ ich ihm im Zuge seiner Weihnachtsgala im Cord auch schon gewidmet.

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Dobré – The Melody Is A Stranger

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Eine ganz andere Klientel bedienen Candelilla, denen ich im November bereits ein umfangreiches Wer ist denn … samt Albumreview zugedacht habe: Rrrriot-Girl-Trash-Pop, Grunge-Punk, you name it. Ambitioniert, durchdacht, expertimentell haben die vier Münchener Damen sich nun endlich zu einem Album zusammengerauft, das ihren Sound auf den Punkt bringt. Eine Band fernab von jedem Mädchengetue, die mit Herzblut selbst produziert, CD-Hüllen gestaltet, mit Aktaufnahmen versieht, siebdruckt und verschickt.

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Herrje, es gibt noch so viele weitere Bands, die seitenweise Artikel wert sind, ein paar sollen hier stellvertretend noch kurz angerissen werden: Sickcity dürfte im Moment wohl noch am meisten Potential haben, den Sprung über den Weißwurschtäquator zu schaffen. Post-Nuclear-Highfive-Disco-Schranz nennen sie es selbst, um Schubladen zu vermeiden. Und in der Tat fällt es schwer, einen Einheitssound auszumachen, zum Teil singt “Conan Kowalski” wie Marilyn Manson, um kurz darauf im höchsten Falsett die Gläser zerspringen zu lassen. Indierock mit Emoseele könnte man da sagen. Doch dann hört man “Julia” und ist mitten in einem Walzer – einem Rhythmus, den man übrigens viel zu selten heutzutage hört. Und beim nächsten Lied ist man bei Rocktronik gelandet. Und so weiter. Also auf alle Fälle mal reinhören! Oder meine Bilder vom PLUS anschauen. Oder das Interview in der SZ lesen.

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Sickcity – Julia

Kafkas Orient Bazaar haben nicht nur einen strangen Namen, sondern auch das Talent, aus der Sprachmelange Deutsch, Englisch und Türkisch eingängige bis verschrobene Indietracks zu kreieren. Vier Jungs mit einem eigenen Kopf. Und einer ziemlich kaputten Bandseite. Und nicht genug, alle Songs könnt ihr bei ihrem last.fm-Profil runterladen, was ich hier bereits schon mal euch nahegelegt hatte.

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Kafkas Orient Bazaar – Yazar

Frickel-Funk für Indiekids machen L’egojazz, drei Jungs, die auch mal das meistzitierte Stück Musik der Welt nutzen – das Amen Break – um einen hektischen Beastie Boys-Verschnitt hinzubrettern. Funk ist definitiv immer präsent, jedoch nicht nur in Kombination mit schnellen Punkrapsongs, sondern auch gediegen in Anlehnung an vergangene Red Hot Chili Peppers Momente. Übrigens ebenso wie Candelilla bei Red Can Records unter Vertrag.

Nachtrag: Die neue Version von “Step Into It” sowie der neue und exklusive Song “Ovatime” sind deutlich elektronischer angehaucht als früher. Die Band macht also eine Entwicklung durch – und keine zum Negativen!

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L’egojazz – Step Into It

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L’egojazz – Ovatime

Eine völlig unter dem Radar durchfliegende Band – ebenso ihre maßlos unterschätzte Mutterband Kamerakino – ist Parasyte Woman. Hip Hop / Chinesischer Pop / Easy Listening ist die Selbstbezeichnung, trifft’s zwar musikalisch nicht im Ansatz, aber vom Wirrheitsgrad ist man ganz gut dabei. Betrunken machende Lieder, die an selige “Evig Pint”-Zeiten erinnern. Genug Ideen für zwei Bands, sind aber nur zwei Leute, Relle Büst und Tobias Lämmert.

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Und natürlich sind mit diesem kleinen Einblick noch lange nicht alle interessanten Münchener Bands abgedeckt. Wer selbst noch weiter graben möchte, der sollte neben den Konzerten in Locations wie der Glockenbachwerkstatt, dem Babalu oder dem Feierwerk auf alle Fälle die Acts des Sound of Munich Now! abgrasen (Preview und Review bei on3) sowie die Liste der Stadtbands bei Sub-Bavaria beziehungsweise Indiepedia durchgehen. Man wird nicht enttäuscht sein!





Kaffeesatz: Ausblick des NME auf 2010

radar mixtape

Nun also zum dritten Teil, wahrscheinlich der, der euch am meisten bringt – denn es gibt was anzuhören! 20 Bands mit je einem Song, die die Hypemachine NME euch vor den Latz knallt. Ich werde zu den Bands, die es wert sind, ein paar Worte verlieren. Wie immer gilt: Subjektiv, bildet euch selbst eine Meinung!

Teil I: Die BBC legt wie immer fast kommentarlos 15 Bands vor.
Teil II: Der Guardian, MTVuk und einige Blogs wagen ebenfalls den Blick in die Zukunft.
Teil III: Der NME stellt ein 20-köpfiges Radar Mixtape 2010 zum Download bereit

Radar Mixtape 2010

Alte Bekannte, zu denen ich nichts mehr sagen muss, sind: Ellie Goulding, Everything Everything, The Drums, Joy Orbison, Giggs, Hurts, Marina and the Diamonds, Delphic. Die sind alle bereits von der BBC erwähnt worden.

ganz nettFrankie & The Heartstrings machen dermaßen Retrobeatmusik, dass das ganze auch locker aus Deutschland kommen könnte, Dr. Norton beispielweise.

gutKindness klingen interessant. Mehrstimmiger, sphärischer Gesang erinnert an zahlreiche Bands der letzten Jahre, während die elektronische Untermalung ganz im Stil von Kraftwerk und ihren Enkeln von 2007 bleibt. Andere Songs der Band wie “Somewhere” experimentieren mehr mit Bassmelodien und anderen Instrumenten, es bleibt jedoch immer der prägnante Gesang. Nicht verkehrt!

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Kindness – Gabriel

gutTheophilus London könnte das sein, was einige Leute da draußen geglaubt hatten in Kanye West oder Santogold gefunden zu haben – Rap für das neue Jahrzehnt. London vereint nämlich hinter seinem Sprechgesang zahlreiche andere Elemente, die abseits des Rap aktuell populär sind: Synthiebackground und Dingeleien ganz nach MGMT-Machart (“Humdrum Town”), Wave-Bassläufe im Stile von Joy Division (“Ultraviolet”) oder Grime/Bass (“Soles Of Fire”). Auf alle Fälle ein recht bunter Strauß Musik mit einer gewissen Basslastigkeit, die die Grundstimmung eher dunkel macht. Mehr dazu bei Spreeblick

sehr gutWashed Out machen Chillwave at its best. Wer jj gemocht hat, wird Washed Out lieben. Die EP “Life of Leisure” besitze ich bereits seit November und bin sehr angetan. Mehr dazu bei Pitchfork.

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Washed Out – Feel It All Around

sehr gutSurfer Blood habe ich – wie bereits erwähnt - über den Guardian gefunden und war insbesondere von “Swim To Reach The End” sehr angetan, quasi eine Hymne im Stile von Japandroids “Boys Are Leaving Town” und ähnlichem. Aber auch Fans von Wavves kommen angesichts der schicken Riffs und des Gesangs auf ihre Kosten.

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Surfer Blood – Swim To Reach The End

sehr gutDarwin Deez singen wie Radiohead, machen aber deutlich eingängere Musik (ou, wenn da mal nicht wieder einer aufschreit), die sich schnell in die Windungen des Hirns vortastet, wo Glückhormone ausgeschüttet werden. Repetitiv, saubere Melodien, schöner Gesang. Gut.

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Fazit: Vor heute morgen waren mir bis auf Washed Out, Surfer Blood und The Drums alle Bands unbekannt. Nach Durchhören der BBC-Tips fallen hier ja einige raus, aber am Ende bleiben doch gute Dinge übrig, die man beobachten sollte: Kindness, Surfer Blood, Washed Out, Theophilus London, Darwin Deez.

Download Radar Mixtape




Kaffeesatz: Ausblick Guardian, MTV u.m.

Hiermit also zum zweiten Teil, in dem der Guardian die beste (und übersichtlichste) Quelle für neue Bands im Moment darstellt, MTVuk sich an seltsamen Bands aufhängt, Indiescreet keine schlechte Liste vorlegt und der Pop Cop, Nicorola und WhiteTapes ebenfalls voller Vorfreude auf das musikalische 2010 sind.

Teil I: Die BBC legt wie immer fast kommentarlos 15 Bands vor.
Teil II: Der Guardian, MTVuk und einige Blogs wagen ebenfalls den Blick in die Zukunft.
Teil III: Der NME stellt ein 20-köpfiges Radar Mixtape 2010 zum Download bereit.

Guardian

Was ich am Guardian mag, ist dass er als Nicht-Musikpublikation sehr ausgesucht und unaufgeregt neue Bands raussucht und vorstellt. Weit vom Stil der Hypemachines Pitchfork, Stereogum oder NME entfernt. Zwar wagen die Briten keinen nummerierten Ausblick auf 2010, doch stellen sie alle paar Tage eine neue “Band of the Day” vor, die ausreichend gewürdigt wird. Quasi eine stete Quelle, die alle paar Wochen einen Treffer für mich landet. Surfer Blood bspw. Auch Gold Panda waren schon drin, die hab’ ich damals nur übersehen. So rächt sich das. Wer also stets am Ball sein will, was bald durch die Blogs gejagt wird, sollte hier lesen.

MTVuk

Huch, MTV gibt’s noch? Und man wagt sich an eine Prognose für 2010, mutig mutig! Ah, ist ja auch die britische Version, da gibt’s wohl noch Musik im Programm. Die Vorschläge, die 10 For 10 sind jedoch eher eine Wiederholung der bisher schon genannten Bands: Delphic, Ke$ha, Justin Bieber, Ellie Goulding, Marina And The Diamonds, Tinie Tempah, Drake und Rox versprechen nicht gerade sehr viel. Aber auch zum Großteil nicht meine Musikrichtung.

DIE ZEIT

Auch wenn die ZEIT sich sonst nicht unbedingt durch musikalischen Überblick hervortut, hat sie zehn Acts vorgelegt, die sie für relevant hält. Auch hier gibt es alte Bekannte (Hurts, Delphic, Surfer Blood, Theophilus London, Ellie Goulding, King Charles) was wohl klar macht, dass diese, selbst wenn sie gar nicht so gut sind, ihren Durchbruch in 2010 haben werden. Denn Qualität setzt sich nicht zwangsläufig durch, Hypes aber schon eher. (Oder?) Neue Vorschläge sind dagegen folgende Künstler: I Blame Coco, die sich nicht nur einen fähigen Fotografen geangelt hat, sondern sich mit ihrer rauchigen Stimme wohltuend von den ganzen Tussen abhebt, die da so gehypt werden wollen. Die Songs hinter der Stimme allerdings bleiben auf den aktuell gültigen Standards stehen, aber nicht ohne Niveau (“No Smile”). “Self Machine” klingt stark nach The Sounds – wer’s mag. Dann haben wir noch Marques Toliver, der eher R’n'B macht, während Nahiba eher dem Soul fröhnt. Fenech-Soler liefern wieder Einheitsbrei ab, Synthies und Gitarren sollen Avantgarde heucheln, bleiben jedoch stark hinter ihren Vorbildern MGMT und Co. zurück. Ich bevorzuge da dann immer noch Foals, die das deutlich intelligenter (und eingängiger) umgesetzt haben – vor zwei Jahren.

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Indiescreet

Indiescreet hat ebenfalls eine ganze Reihe Prognosen für 2010, so die zehn am heißesten erwarteten Alben (LCD Soundsystem, Two Door Cinema Club, Lightspeed Champion, Klaxons, Hot Chip, Arcade Fire, MGMT, Foals, Vampire Weekend), zehn Blogs, die die besten Trends aufspüren sollen (The Recommender, Music Liberation und mehr) und hier am wichtigsten, die 10 acts to watch in 2010:

Ein paar bereits mehrmals genannte Acts sind dabei (Ellie Goulding, Japandroids, Real Estate), aber 7 sind ungenannt und unbekannt. Viel Spaß beim Reinstöbern in Penguin Prison, Calories, King Charles, Internet Forever, Swanton Bombs, French Horn Rebellion oder Local Natives.

Weitere Blogs und Ausblicke

Doch auch die kleineren Blogs wagen Ausblicke auf 2010. Der Pop Cop
hat als Schotte naturgemäß vor der Haustür immer einen ganzen Tourbus voller interessanter Bands und schaut dennoch in andere Länder, seine Favoriten sind beispielsweise Jónsi, ebenfalls der Two Door Cinema Club, Thomas Western, The Unwinding Hours oder Galleries. WhiteTapes gehen die Veröffentlichungsliste des Frühjahrs durch und finden sich genug, um sich zu freuen. Nico freut sich 2010 vor allem auf weitere Alben seiner unserer Lieblinge The National, Spoon oder auch Interpol. Auf genau die bin ich auch sehr gespannt, die Hürden durch die Vorgängeralben liegen verdammt hoch… AUFTOUREN haben dem Jahr 2010 ebenfalls einen umfassenden Ausblick gegönnt, allerdings ist der derart gespickt mit Tips und Informationen, dass ihr euch den lieber selbst durchlest. Und zu guter Letzt beschäftigt sich auch Monarchie & Alltag mit den Newcomern für 2010, Teil 1 über Folk / Songwriter, Teil 2 über Pop.





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